Bahnhof Halmstad Schweden

Ja. Nächstes Ziel war keineswegs eine Stadt, sondern schlicht einfach ein Bahnhof. Genauer gesagt der letzte Bahnhof den wir vor Kopenhagen noch erreichen konnten. Wie im letzten Beitrag schon erwähnt ging es um ca. 8 Uhr in Bergen los. Bis nach Oslo dauerte es ca. 6 Stunden. Dort warteten wir zwei Stunden auf den Schienenersatzverkehr nach Rygge, um von dort aus weiter bis nach Göteborg zu fahren. In Göteborg kamen wir ca. um 22 Uhr an. Wir grübelten: welcher Bahnhof eignet sich am Besten fürs übernachten? Göteborg oder die letzte Station Halmstad? Wir entschieden uns sofort für Halmstad, da in Göteborg ziemlich misteriöse Gestalten des Weges waren und wir uns ziemlich unsicher fühlten. Wir warteten weitere zwei Stunden um so viel Zeit wie möglich zu überbrücken, die uns dann beim nächtlichen Aufenthalt in Halmstad erspart bleiben sollte. Also stiegen wir um Mitternacht in den letzten Zug nach Halmstad. Weiter würden wir um diese Zeit nicht kommen. Um 1 Uhr kamen wir an unserem Ziel an und es traf uns ein kleiner Schlag. Das Wartehaus war geschlossen und öffnete erst um 6 Uhr, also erst in 5 Stunden. Uns blieb nichts anderes übrig, als es uns in einer Ecke der Wand des Bahnhofs „gemütlich“ zu machen. Ich legte mich auf die Hälte meiner Yogamatte und versuchte zu schlafen. Steffi döste im Sitzen. Irgendwann, ich war im Halbschlaf, hörte ich laute Schritte auf uns zukommen. „Telephone? Telephone?“, rief der Mann. Ich schnellte nach oben und das erste was ich sagte war: „No“. Klar, ich hatte ein Handy dabei, doch ich wollte einfach, dass der Mann verschwindet. Er verschwand und kehrte nicht mehr zurück. Etwas später tauchten eine Gruppe von Jungs auf. Wir mahlten uns sonst was aus, die könnten ja ihre ganze Crew rufen und uns dann überfallen. Doch dies passierte natürlich nicht. Sie gingen auf uns zu, erkundigten sich, ob wir wohl okay waren und boten uns Wasser an (wir hatten unser eigenes). Ein Junge aus Eritrea setzte sich zu uns. Wir quatschten ewig lange und er erzählte uns von seinem Weg nach Schweden, den er vor drei Jahren auf sich genommen hatte. Um 5 Uhr begann es zu regnen. Wir schnappten unsere Sachen und versuchten so schnell wie möglich einen Unterschlupf zu finden, da unser Plätzchen nicht überdacht war. Die Jungs boten uns an unsere Rucksäcke zu schleppen, doch das wollten wir ihnen nicht antun ;D. Trockenes Plätzchen war schlussendlich vor der Eingangstür des Wartehauses. Die Jungs verabschiedeten sich, der Eritrer fuhr nach Göteborg und wir drehten Däumchen. Als um 6 Uhr sich die Türen des Wartehäuschen automatisch öffneten stürmten wir rein, denn die Toiletten waren unser Ziel. Leider nur mit Kreditkarte bezahlbar, also hieß es drei Stunden durchhalten. Zwei Stunden verbrachte ich schlafend auf der Wartebank und vernahm im Halbschlaf ein „Oh Mon Dieu!“ (meinte er mich?).Um neun Uhr hieß es schließlich weiterfahren. Wir stiegen jedoch in einen falschen Zug. Er fuhr zwar in dieselbe Richtung, doch er war reservierungspflichtig und so stiegen wir irgendwo wieder aus und stiegen im richtigen Zug wieder ein. Über Kopenhagen ging es nach Hamburg wo ein riesen Chaos war, riesige Menschenmengen die aufgeregt duch den Bahnhof liefen(CSD). Mit Pommes gestärkt stiegen wir in den Zug nach Leer, Ostfriesland. Von dort aus ging es nach Papenburg, wo Steffis Onkel lebte, welchen wir schon letztes Jahr besucht hatten. Wir durften bei einer Bekannten von Onkel Heinrich für die nächsten paar Tage wohnen.

 

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