Pinguin

Sind wir eine Fehlkonstruktion, nur weil wir nicht all dies können was andere können? Nein. Jeder von uns lebt in einem anderen Element und ist in genau dieser Umgebung Vollprofi. Wir verbringen sehr viel Zeit damit, uns über unsere Schwächen Gedanken zu machen. Wann denken wir an unsere Stärken?

Das folgende Video möchte ich euch ans Herz legen. Eckart von Hirschhausen bringt hier sehr viel auf den Punkt.

Life is beautiful

So, meine Reiseberichtreihe ist endlich abgeschlossen und ich bin bereit motiviert weiter zu starten. Jede Menge ist seit meiner Rückkehr aus dem Norden passiert. Ich habe zwei Wochen lang für Aufnahmetest Psychologie in Innsbruck gelernt, den Test gemacht und leider keinen Studienplatz ergattert. Im nachhinein bin ich eigentlich froh darüber. Denn jetzt habe ich komplett neue Ideen wie ich meine Zukunft gestalten möchte. Zurzeit gebe ich Nachhilfe in Deutsch und Mathe für zwei Jungs, besuche zweimal die Woche die Mutter meiner Tante im Altersheim und habe mich bei unzähligen Schulen als Supplenzlehrkraft beworben. Zudem habe ich automatisch das „Management“ unseres Streetchoirs übernommen, plane unsere Auftritte usw., um die studierenden Mitglieder zu entlasten… nächsten Herbst möchte ich Sozialpädagogik in Südtirol studieren und die freie Zeit nun jetzt nutzen um Führerschein zu machen und vielleicht eines meiner unzähligen begonnenen Bücher zu vollenden.

Währen der letzten zwei Monaten hatte ich zahlreiche mentale Hoch und Tiefs. Ich wusste nicht was ich aus meinem Leben nun machen sollte. Am liebsten hätte ich nochmal in die Schule gehen wollen. Aber jetzt akzeptiere ich einfach meine Situation und versuche das Beste daraus zu machen. Denn Life is beautiul, einfach zu schön um Trübsal zu blasen.

 

Utrecht

Auf in die Niederlande!

In Amsterdam war es einfach unmöglich eine für uns preiswerte Unterkunft oder Couchsurfer Hosts zu finden. Also entschieden wir Utrecht als unser nächstes Ziel festzulegen.

Unser Hostel war einfach natja. Es traf uns regelrecht der Schlag als wir es betraten. Die Treppen schmutzig, alles staubig und die Küche war ein einziges Schlachtfeld. Das soll ein Hostel sein? Wir haben ein 18-Betten Zimmer gebucht, dessen Tür nicht abschließbar war (everyday open doors). Die Rezeptionistin sagte, dass bald jemand kommen würde um die Tür zu reparieren. Dieser jemand ließ sich bis zum Tag unserer Abreise jedoch nicht blicken. Doch hey, wir versuchten positiv zu bleiben und das Beste aus unserer Situation herauszuholen. Nach einem kleinen Stadtbummel kehrten wir am Abend auch schon wieder zurück. Im Gemeinschaftsraum lernten wir eine Dame mittleren Alters aus Deutschland kennen. Sie wollte anscheinend mal wieder den Lifestyle junger Reisenden ausprobieren und wohnte deshalb nun im Hostel. Sie war sehr freundlich aber manchmal etwas schräg XD. An einem Tag putzte sie freiwilli die Küche. Da hatten wir mega Lust selbst etwas zu kochen und luden sie als Dankeschön zu unserem „Mahl“ ein. Während dem Kochen waren auch zwei deutsche Jungs am Werk. Wir quatschten über unsere Reisestorys und die Jungs gaben uns etwas von ihrer deliziösen Tomatensoße ab. Am Abend wollten Steffi und ich mal das Nachtleben erkunden. Wir sind eigentlich mega die Partygirls, doch im hohen Norden bremsten uns die hohen Preise. Wir kamen nicht weit und landeten in der ersten Bar gegenüber von unserem Hostel. Dort blieben wir dann auch und lernten einige crazy Leute kennen.

Am Tag darauf war das Wetter nicht mehr so brilliant. Wir latschten durch die Stadt, als es plötzlich zu Regnen begann. Unsere Regenschirme hatten es im Hostel bequem undwir waren zu geizig uns noch einen Schirm zu kaufen. Deshalb landeten wir in diversen Shops wie H&M oder Zara und versuchten die Zeit zu vertreiben. Dies bedeutet dass jeder von uns ein komplettes Outfit zu einem Thema zusammenstellt und anprobiert. (sehr amüsiant)

Am Ende unserer Zeit in Utrecht packten wir zum letzten Mal unsere Rucksäcke, begleitet von Klaviergekliper und lautem Gesänge der Spanier im Hostel. In der Nacht hatten wir und unsere fünf roommates Besuch von einer kleinen Maus, die anderen brachten ihr Gepäck in Sicherheit, Steffi und ich ließen uns vom kleinen Nager nicht den Schlaf rauben. Zum Frühstück machte die Herrin des Hauses Omeletts für alle. An der Rezeption trafen wir auf einen Italiener und eine Italienerin. Die beiden maulten über die Zustände des Hostels und fanden alles „scheiße“. Da wurde mir erst etwas klar: auf der Internetseite konnte man sehen, dass das Hostel nicht so gute Bewertungen hatte, also wusste man schon im voraus dass man sich nicht allzu viel Luxus erwarten kann. Ja, es war nicht sauber, es war schmutzig und es gab Mäuse. Doch wir hatten die Möglichkeit nette Leute kennezulernen und das geschlafen haben wir auch gut, die Duschen funktionierten auch. An der Rezeption gab es ein Buch, wo man seine Bewertung reinschreiben konnte. Ich nutzte die Chance und versuchte zu vermitteln, dass man ALLES schätzen sollte was man bekommt. Wir sind Backpacker, die mit Budget reisen. Wir können uns nicht mehr leisten als billige Hostels. Warum sollte uns für niedrigem Preis mehr zustehen als anderen? Klar. Das Hostel könnte in einem besseren Zustand sein, doch bin ich als Backpacker froh, wenn ich überhaupt ein Bett habe und nicht wieder auf dem Bahnhof schlafen müsste… am Anfang war ich auch etwas perplex und wusste nicht, was ich von dem Hostel halten sollte. Doch bis zum Schluss war ich einfach froh eine Unterkunft zu haben!