Der Literar

Heute traf ich zusammen mit meiner Mutter einen Schriftsteller. Sie kannte ihn von Früher. Ich erkannte ihn nicht, doch als sie mir seinen Namen nannte, wusste ich wer er war. Meine Mutter hatte ihm im Kindergarten mit voller Wucht aufs Schienbein getreten, als er sie nervte. So wie meine Mutter nun ist, musste sie dem in Berlin und Zürich lebenden Literar sagen, dass ich es liebte zu schreiben. Der Herr war sofort begeistert und fing an zu reden und zu erzählen. Er fragte nach meinen Zukunftsplänen, war begeistert von meiner Idee Psychologie und Film zu studieren. Meine Mutter will meine Texte immer lesen, doch wenn ich gerade beim Schreiben bin, will ich keinen um mich herum haben, der mir über die Schulter schaut und meinen Gedankenfluss stört. Auch davon war er begeistert. Er erzählte von seinen Gedichten, vom Gammelhai, seiner Orangerie voller seltener Zitronen und Michelangelo, der mit „Ich bin fertig, wenn ich fertig bin“ auf die Frage des Papstes „Wann bist du endlich fertig mit der Kapelle“ antwortete. Er sprach vom Gehör und dem Sehvermögen, ohne diese unser Gehirn keinen Input mehr erlangt und langsam zu absterben droht. Dies sei auch der Grund für Demenz. Psychotherapie arbeite immer häufiger mit MRTs, anscheinend sollen psychische Störungen nun von Abbildungen des Gehirns erkennbar sein. Völliger Quatsch seiner Meinung nach (kann ich ihm nur zustimmen), denn das Mittel der Psychotherapie sei einzig allein die Sprache. Die Sprache, das Gespräch mit dem Patienten bringt die Krankheit zum Vorschein.

Ich solle dies tun, was ich tun möchte. Ich solle keine Angst haben, mich nicht erschrecken lassen wenn mir Barrieren und Hindernisse in den Weg gestellt werden. Ich solle meinen Weg gehen. Vielen Dank an den Herr Literar, das Gespräch mit ihm war interessanter als so mancher Schulunterricht.

~ Clara

2018

Hallihallo!

Jahr 2018 ist gestartet, 2017 vorbei. Dieses Silvester kann ich sagen, dass es das beste Silvester meines ganzen Lebens ist. Zusammen mit Steffi war ich auf dem Galasilvesterkonzert unserer Lieblingsband Mainfelt in Schlanders, einem Dorf zweieinhalb Stunden Zugfahrt von unserem Heimatdorf entfernt. In einem Ort unseres Landes feiern zu gehen, wo man selbst nur einmal war und niemand kennt war eine einzigartige Erfahrung. Das Konzert der Folk/Rock Band war mal wieder bombastisch! Die eineinhalb Stunden in denen die Jungs uns mit ihrer Musik begeisterten, gingen viel zu schnell um. Der Countdown bis null Uhr wurde gemeinsam gezählt und das neue Jahr mit Wunderkerzen und Feuerwerk begrüßt. Steffi und ich waren glücklich. Wir haben im Jahr 2017 so viel geschafft und erlebt und sind nun voller neuen Erwartungen und Plänen ins Jahr 2018 gestartet. Wie spektakulär unser Jahr 2017 endete, so legendär startete unser Jahr 2018. Nach dem verpassten Nightshuttle nach Meran (Richtung nach Hause) fuhren wir eine Stunde lang in die entgegengesetzte Richtung, mit einem Nightshuttle inclusive einigen Gothicleuten, lauter Gothicmusik und lustigen Gesprächen mit Unbekannten, nur um dann mit dem ersten Zug um 7 Uhr nach Meran zu starten. Schlussendlich kamen wir erst um 10 Uhr vormittags zuhause an. Solch eine Odyssee hat sicher niemand zu Silvester erlebt. Steffi und mir erscheint unser Jahreswechsel immer noch wie ein Traum, wo er doch so unfassbar unrealistisch weird war. So werden wir ihn zumindest niemals vergessen!

 

Oh nuit

Oh nuit, würdest du nie zu Ende gehen,

so würden wir hier ewig weiterschweben.

auf Wolken sitzend Däumchen drehen,

händchenhaltend spazieren gehen,

Foxtrott unablen Jungen lernen,

die uns versprechen einen von tausend Sternen.

Die Zigarren benebeln leicht unser Denken,

wir legen das Glas an unsere Lippen, zuerst den Wein aufschenken,

er fließt unseren Rachen entlang in den Magen,

verursacht mit Zeit etwas Unbehagen,

wir tanzen, bis unsere Schuhe Löcher haben

und uns die Prinzen nach Hause tragen.

Oh nuit, würdest du nie zu Ende gehen,

so wäre es um mich geschehen.

 

Ein literarisches Experiment von Clara herself.

Bildquelle: pixabay.com

Die Sache mit dem Vergessen…

Um zehn Uhr abends klingelte das Telefon. „Hallo, könnt ihr mich zur Messe fahren?“ Nein, tut uns leid liebe Großtante aber es ist zehn Uhr nachts, und nein es ist auch nicht Sonntag. Ein anderes Mal ging sie einfach zu Fuß drei Kilometer aufwärts zur Kirche, um festzustellen, dass keine Messe statt fand.

Meine Großtante hat seit ungefähr drei Jahren Demenz. Eigentlich nichts schlimmes, wenn man bedenkt dass sie „erst“ 100 Jahre alt ist. Mit 90 hat sie sich einen nigelnagelneuen weißen Panda gekauft, der nach drei Jahren ziemlich demoliert aussah. Sie liebte es mit geschlossener Handbremse loszufahren, oder rückwärts auf Anhänger zu knallen, die immer „im Weg standen“. Nach fünf Jahren musste sie ihren Führerschein erneuern. Durchgefallen. „Diese Affen hatten dies absichtlich getan“, meint sie immer noch.  Sie lag einen Tag lang im Bett, weigerte sich aufzustehen bis sie nicht ihren Führerschein wieder in der Tasche hat. Ihr Leben brach ein wenig zusammen. So selbstständig wie sie immer war, wurde sie in ihrer Freiheit nun eingeschränkt. Sie widmete sich nun aber penibel der Hofarbeit, half beim Apfelpflücken, bei der Rebarbeit wie sie es immer schon getan hatte. Doch auch dies war mit der Zeit nicht mehr möglich. Ihre Demenz verschlimmerte sich nicht, sie wusste zwar nie ob sie zu Mittag gegessen hatte oder nicht, aber die zeitliche Verwirrung war nicht mehr so stark wie am Anfang. Nach dem Mittagessen kommt sie täglich zu uns, um einen Kaffee zu trinken. „Ich hatte einen Schlaganfall im Fuß! Und ich habe heute den grauen Star!“, hieß es für einige Wochen jeden Tag. Wir besserten sie aus, doch sie vergaß es wieder und wiederholte sich. Ich bin ein geduldiger Mensch, doch manchmal nervt mich ihre Vergesslichkeit. Meine Mutter ermahnt mich immer: „Sei doch sozial!“ Und ich maule zurück: „Ich bin immer sozial. Heute möchte ich einmal asozial sein!“

Ich finde Respekt gegenüber kranken und alten Leuten sehr wichtig. Doch muss man dabei auch auf sich selbst achten. Ich glaube jeder Mensch hat das Recht, einmal einen nicht so guten Tag zu haben. Deshalb ist es auch gerechtfertigt, wenn man nicht immer Lust hat sich mit gewissen Personen zu unterhalten. Doch dies bedeutet nicht, dass man die Person nicht mag, oder asozial ist. Man braucht einfach Tage oder Momente, wo man zornig, genervt oder wütend sein darf, besonders zu Hause. Habe ich solche Tage, dann hau ich immer ab. Ich verkrieche mich irgendwo und komm mit der Zeit auch wieder runter von meinem Ärger. Dann bin ich gerne wieder sozial und versuche meiner lieben Großtante mit Ruhe zu erklären, dass es nicht möglich ist, einen Schlaganfall im Fuß zu bekommen!

Träume

Die Herbstferien sind vorbei, der Schulalltag hat mich wieder eingeholt. Da kommt es schon vor, dass ich davon träume, dass ich das Maturajahr (=Abijahr) bereits hinter mir habe und irgendwo in Skandinavien durch die Wildnis stapfe oder in einem gemütlichen Café dort sitze und mit meiner besten Freundin Steffi die nächste Route plane. Ja, das ist nämlich mein Ziel. Mit dem Interrail Ticket durch Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark zu reisen. Um mir dieses Ziel heranzuziehen habe ich sogar einen Schwedisch Online Kurs begonnen… Jag heter Clara, jag är lycklig … und habe Backpackingtutorials auf Youtube angeschaut.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr etwas anstrebt, es euch gar nicht mehr aus dem Kopf gehen will und euch beinahe jeden Tag verfolgt?

Dieser Song lässt mich immer wieder träumen …

Roma

IMG_0529Rom, Haupstadt Italiens! Das war unser Ziel, als meine Klasse und ich vor ein paar Tagen um 5 Uhr in der Früh in den Zug stiegen. Unser Lehrausflug ging für einen Tag nach Rom.

Wir genossen den Ausblick auf einem sehr hohen Palast, dessen Namen ich leider vergessen habe.

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Der Trevibrunnen durfte natürlich auch nicht fehlen, und die 10 Cents in den Brunnen zu werfen, was bedeutet, dass man wieder nach Rom zurückkehren würde, war auch Pflicht ;D

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Dann ging es zum Pantheon, wo zwei Straßenmusiker in der warmen Sonne die Zuschauer begeisterten. Zu Mittag aßen wir in einem kleinen, feinen Restaurant. Die Hitze Roms hatte uns echt zu schaffen gemacht, weshalb wir Bärenhunger hatten! Nach Bruschettas und Hauptspeise bestellten wir uns noch eine Pizza Margerita, die wir uns zu viert teilten. Wenn wir Südtiroler unterwegs sind, sind Kellner meist verwirrt. Wir sprechen Italienisch, unter uns aber den Südtiroler Dialekt. So kommt es, dass wir sehr oft über unsere Herkunft befragt werden. So war es auch diesmal! Der Kellner war sehr freundlich und da wir unsere Tradition, in fremden Städten in Restaurants oder Cafés eine kleine Nachricht zu hinterlassen, beibehalten wollten, schrieben wir einen kleinen Gruß auf die Servietten 😉

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Nach unserer Mittagspause besichtigten wir das Parlament. Dann ging es zurück zum Bahnhof in den Zug nach Hause. Unser Tag in Rom war sehr kurz, ich fand es auch schade, dass wir es zeitlich nicht schafften das Colosseum zu besichtigen, aber nichts desto trotz war der Tag sehr schön und hat sich echt gelohnt! 🙂

Geschichten…

Auf einer Bank sitzend, vor ihm der Eiffelturm in der Nacht, rauchte er seine Zigarette. So liebte er es, die Arbeitstage ausklingen zu lassen. Als Küchenjunge arbeitete er nun schon seit einem Monat im Petit. Seine Unterkunft war ein kleines Zimmer im Dachgeschoss eines großen, gelbgestrichenen Hauses im Zentrum. Vielmehr konnte er sich mit seiner halbleern Brieftasche nicht leisten. Doch dieser tägliche Moment, vor dem Eiffelturm eine Zigarette zu rauchen, als viele andere bereits tief und fest schliefen, dieser Moment war für ihn unbezahlbar. Dies wird er eines Tages jemanden ezählen. Jemanden, der diese Geschichte sehr inspirierend  findet,  sich vielleicht auch an diesen Moment sehnt und sie eines Tages aufschreiben wird.